Anpassung der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals

Umweltverträglichkeitsstudie, Landschaftspflegerischer Begleitplan, FFH-Verträglichkeitsprüfung und
Artenschutzfachbeitrag

Der Nord-Ostsee-Kanal zählt zu den wichtigsten Wasserstraßen Europas. Der Regelquerschnitt des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) ist im Abschnitt der sogenannten Oststrecke im Abschnitt zwischen der Weiche Königsförde (Kkm 79,9) und der Weiche Schwartenbek (Kkm 92,1) letztmalig im Jahr 1914 erweitert worden.
Es ist eine Anpassung der Sohlbreite von derzeit im Mittel 44 m auf 70 m und eine Vergrößerung Kurvenradien auf 3000 m zur Vermeidung von Engpässen erforderlich. 

Die Arbeitsgemeinschaft TGP mit der Planungsgruppe Umwelt (Hannover) sowie dem Büro leguan (Hamburg) wurde mit der Erarbeitung der Umweltuntersuchungen zur Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens für die Anpassung der Oststrecke des NOK beauftragt.

Im Zuge der Baumaßnahmen fallen ca. 6,8 Mio. m³ Boden an, die zum Teil auf landwirtschaftlichen Flächen und teilweise in der Kieler Bucht verbracht werden. Dafür wurden verschiedene Varianten untersucht und hinsichtlich der zu erwartenden Umweltauswirkungen und Beeinträchtigungen von Schutzgütern sowie biologischen und arten-schutzrechtlichen Eignung geprüft. 

Planfeststellungsbeschluss vom 04. Dezember 2013
Projektbeteiligte

Sanierung der B 76 zwischen Wittmoldt und Plön

Landschaftspflegerischer BegleitplanAls überregionaler Verkehrsweg mit entsprechend hohem Fahrzeug-aufkommen verbindet die B 76 die Städte Plön und Kiel. Zwischen Wittmoldt und Plön befindet sie sich in einem so schlechten Zustand, dass auf einer Länge von etwa 2,3 km der gesamte Straßenkörper saniert werden muss. Da bei den Sanierungsarbeiten sehr umfangreicher Bodenaustausch erforderlich wäre und ein hoher Anteil hochwertiger Lebensräume verloren ginge, wurde als Ergebnis des Variantenvergleichs im Rahmen der erstellten UVS eine  östliche Verlegung der Bundesstraße empfohlen, die deutliche Entlastungen der sensiblen Uferzonen des Kleinen Plöner Sees bewirken. 

Das Untersuchungsgebiet für die Maßnahme „Sanierung der B 76“ ist aus faunistischer Sicht bedeutsam, insbesondere für Fledermäuse sowie Mittel- und Großsäuger. So liegt der Planungsraum innerhalb eines großräumigen Fischotterverbreitungsgebietes und zählt darüberhinaus zu den wildreichsten Gebieten Deutschlands. An mehreren Stellen verlaufen bekannte Wildwechsel über die B 76.

Um artenschutzrechtliche Konflikte zu vermeiden bzw. Konflikte für Tiere bzw. faunistische Lebensräume zu minimieren sind u.a. folgende Maßnahmen vorgesehen: 
- Anlage eines Trockendurchlasses zwischen Trammer See und Kleinem Plöner See als Kleintierdurchlass einschließlich Otterschutzzäune
- Bau eines Fischotterdurchlasses zur Grabenquerung im Groten Brook
- Anlage von dichten Vegetationsriegeln als Querungshilfe für Fledermäuse, um Kollisionen mit Fahrzeugen zu verhindern.Projektbeteiligte

Verlegung und Neubau der B 207

Landschaftspflegerischer Begleitplan einschließlich
Ausgleichsflächenkonzept,
Landschaftspflegerische Ausführungsplanung

Die B 207 neu verbindet den Raum südlich von Lübeck, insbesondere die Region im Kreis Herzogtum Lauenburg, mit der Hansestadt Lübeck. Sie führt vor allem in den Ortsdurchfahrten Pogeez, Groß Sarau, Groß Grönau und den südlichen Ortsteilen der Hansestadt Lübeck zu einer wesentlichen Entlastung. An der BAB A 20 Lübeck – Rostock ist eine Anschlussstelle an die B 207 neu hergestellt worden. 

Folgende Minimierungsbauwerke und -einrichtungen wurden u.a. von TGP geplant und in der Ausführung begleitet:- Um für Amphibienarten insbesondere Kammmolch und Laubfrosch erhebliche Beeinträchtigungen sowie artenschutzrechtliche Verbotsverstöße zu vermeiden, wurden mehrere Amphibien-durchlässe mit entsprechenden Leitstrukturen errichtet.- Auf dem Bahndamm der Linie Lübeck - Büchen wurde ein bedeutendes Vorkommen der nach Anhang IV der FFH-Richtlinie geschützten Zauneidechse nachgewiesen. Da dieses Vorkommen mit einer Teilpopulation in der Grönauer Heide in Verbindung steht, wurde eine Grünbrücke gebaut, um die bestehenden Wechselwirkungen zwischen den beiden Populationen aufrecht zu erhalten. 

Die Lage der Kompensationsflächen und deren Zuordnung zum Ort des Eingriffs wurde im wesentlichen über ein aus ökosystemaren Zusammenhängen entwickeltes Ausgleichsflächenkonzept bestimmt. Ausgleichsflächen sind im Nahbereich der Trasse sowie in den Gemarkungen Beidendorf, Krummesse, Klempau-Vorwerk und Harmsdorf umgesetzt worden. 

Helgoland - Küstenschutzmaßnahme am Südstrand

Vorprüfung des Einzelfalls gemäß § 6 LUVPG

Die Gemeinde Helgoland möchte auf der Felseninsel den zwischen Landungsbrücke und Binnenhafenmole liegenden Südstrand vor weiteren Abbrüchen sichern.
Bei der Vorprüfung des Einzelfalls wird das Vorhaben der Küstensicherungsmaßnahme am Südstrand der Insel Helgoland betrachtet. Die geplante Maßnahme der Gemeinde Helgoland umfasst die gesamte Strecke zwischen Landungsbrücke und Binnenhafenmole. 
Es handelt sich um eine Küstenschutzmaßnahme nach LWG § 62 (1) Nr.2 „Sicherung gegen Uferrückgang und Erosion“.  

Deichverstärkung vor der Oldenburger-Graben-Niederung

An der Ostseeküste zwischen Dahme und Rosenfelde sowie im Bereich Vogelsang im Kreis Ostholstein wurde der vorhandene Küstenschutzdeich von 1878 verstärkt. Dieser ist Teil der Sturmflutsicherung für die rd. 6.500 ha große Niederung des Oldenburger Grabens.

Die Umweltverträglichkeitsstudie betrachtete ein küstenparalleles Gebiet in einer Breite von bis zu 400 m, während für den LBP das Bearbeitungsgebiet verkleinert wurde.
Für den Eingriff in das gemeldete FFH-Gebiet und die betroffenen Lebensräume wurde eine FFH- Prüfung und nachfolgend eine Ausnahmeprüfung erstellt. Diese enthält auch Vorschläge zur Sicherung des Kohärenzausgleichs  nach FFH-Richtlinie. Bauliche Eingriffe in die wertvollen und entlang der Ostseeküste Schleswig-Holsteins seltenen Strandwallbereiche stellten eine besondere Problematik in der Planung dar. Ebenfalls intensiv betrachtet wurden die, für das Vorhaben erforderlichen, großflächigen Bodenentnahmen sowie die Belastungen für Erholungssuchende und Anwohner während der Bauphase. Zur Kompensation von Biotopfunktionen und Landschaftsbild sind, insbesondere wegen des Eingriffs in ein FFH-Gebiet, vorrangig Ausgleichsmaßnahmen im näheren Umfeld des Vorhabens zu treffen. Hierzu wurden in Abstimmung mit den Behörden Maßnahmen entwickelt. 
Das Ausgleichserfordernis wurde im Rahmen des Küsten-schutzes über ein eigenes vorgegebenes Verfahren ermittelt. 
Die Deichverstärkung wurde im Sommer 2013 fertiggestellt. 

Umsetzung eines Gestaltungskonzeptes für die BAB A20 im Raum Lübeck

Neben dem Landschaftspflegerischen Begleitplan zur Abarbeitung der Eingriffsregelung wurde für die Abschnitte 1 bis 3 der BAB A20 in Schleswig-Holstein zwischen Geschendorf (bei Bad Segeberg) und der Landesgrenze zu Mecklenburg–Vorpommern an der Wakenitz ein übergreifendes Konzept für Gestaltungsmaßnahmen am unmittelbaren Autobahnrand entwickelt.

Aufgrund von Verwallungen, Lärmschutzwänden oder mehr oder weniger beliebigen Bepflanzungen ist eine Orientierung für den Reisenden oft kaum möglich. Das Gestaltungskonzept zielt darauf ab, dem reisenden Autofahrer die Landschaft zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg–Vorpommern mit Hilfe von Landmarks und anderen Gestaltungselementen zu „inszenieren“. 

Entgegen der fast bundeseinheitlichen Autobahn-Bepflanzung einer „bunten Mischung“ werden am unmittelbaren Trassenrand der A20 bewusst blockartige Sequenzen aus nur einer (standortheimischen) Art gepflanzt, um den Reisenden über eine längere Strecke deutlich wahrnehmbare Strukturen in Textur und Farbe sowie Assoziationen zur angrenzenden Landschaft zu bieten. So empfinden Ginster-pflanzungen die für Schleswig-Holstein typischen, gelbblühenden Rapsfelder nach. An Anschlussstellen im Bereich der Hansestadt Lübeck soll der Kontrast zwischen der Ausfahrt zur „Stadtseite“ durch Alleebaumpflanzungen im strengen Raster (Leitart z.B. Spitz-Ahorn) gegenüber der „Landseite“ mit lockerer Bepflanzung (Leitart z.B. Vogelkirsche) verdeutlicht werden.

Im Rahmen der Landschaftspflegerischen Ausführungsplanung wurde im Detail überprüft, ob Maßnahmen mit den Zielen des LBP konform sind und ob der Anspruch der Straßenbauämter gewährleistet ist, die Herstellungskosten sowie den langfristigen Pflegeaufwand nicht zu hoch werden zu lassen.